Abgeschaltet und abgehängt? Wenn Bargeld verschwindet und Senioren vor dem Automaten stehen
- Julia Kreibich
- 27. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Immer öfter heißt es heute: „Nur Kartenzahlung“ oder „Ticket nur via App“. Doch was, wenn man lieber mit Bargeld bezahlt – oder gar kein Smartphone besitzt? Für viele ältere Menschen wird der digitale Wandel im Alltag zur echten Herausforderung. Hier erfährst du, was gerade passiert, warum das viele Senioren betrifft – und wie du trotzdem Schritt halten kannst, ohne dich überfordert zu fühlen.
Was sich gerade verändert
In der Schweiz wird vieles digital:
Busse und Bahnen nehmen oft kein Bargeld mehr an. Tickets gibt es nur noch am Automaten – und nicht jeder nimmt Münz.
SBB-Schalter wurden vielerorts geschlossen, und klassische Mehrfahrtenkarten mit Stempelfunktion wurden abgeschafft.
Selbst WC-Anlagen, Parkuhren oder Kaffeemaschinen funktionieren mancherorts nur noch mit Karte oder Twint-App.
Das betrifft uns alle – aber besonders ältere Menschen, die kein Smartphone oder keine Bankkarte nutzen wollen oder können. Viele fühlen sich dadurch abgehängt oder sogar ausgeschlossen.
Warum das viele verunsichert
Der Alltag verändert sich schnell. Plötzlich soll man online Tickets kaufen, Apps herunterladen oder mit QR-Codes bezahlen. Doch nicht jeder ist mit dieser Technik aufgewachsen. Wer früher im Laden bar bezahlt oder am Schalter das Zugbillett gelöst hat, muss sich nun ganz neue Wege aneignen – oft ohne Hilfe.
Viele berichten:
„Ich wollte einfach mein Ticket kaufen – aber der Automat hat kein Bargeld genommen. Ich stand ratlos da.“„Die Toilette am Bahnhof wollte Twint – ich musste mir den Weg verkneifen.“
Diese Erlebnisse machen traurig oder wütend. Sie führen dazu, dass sich manche ältere Menschen nicht mehr selbstständig fühlen. Und das darf nicht sein.
Was du tun kannst – praktische Tipps
Auch wenn sich die Technik ändert: Es gibt Möglichkeiten, weiter selbstbestimmt zu bleiben.
✅ Informiere dich über Alternativen
Viele Bahnhöfe haben noch einen Automaten mit Bargeldfunktion – oft etwas versteckt.
Bei PostAuto gibt es Wertkarten, die man mit Bargeld aufladen kann, um dann kontaktlos zu bezahlen.
Einige Gemeindeverwaltungen oder Bibliotheken helfen beim Billettkauf am Automaten.
✅ Lass dich beim Umstieg begleiten
Die Swisscom Academy bietet in der ganzen Schweiz kostenlose Smartphone-Kurse für Seniorinnen und Senioren an.
Auch Pro Senectute oder Migros Klubschule unterstützen dich beim Einstieg in digitale Dienste.
In vielen Gemeinden gibt es digitale Helfer oder sogar Freiwillige, die dich persönlich unterstützen.
✅ Bleib standhaft, wenn du nicht digital zahlen willst
Du darfst auf Bargeld bestehen, wenn es gesetzlich noch zulässig ist.
Achte auf Geschäfte, die Barzahlung bewusst weiter anbieten – manche Läden kennzeichnen das als Kundenservice.
✅ Sprich über deine Erfahrungen
Teile deine Erlebnisse mit Freund*innen, Familie oder in Leserbriefen. Je mehr Menschen sagen, was nicht gut läuft, desto eher wird etwas geändert.
Manche Petitionen gegen Bargeld-Abschaffung hatten Erfolg, weil sich Bürger gemeinsam gewehrt haben.
Fazit: Du bist nicht allein – und du darfst Fragen stellen
Es ist kein Zeichen von Schwäche, wenn du den Überblick verlierst oder dir Hilfe holst. Im Gegenteil: Wer fragt, bleibt unabhängig.
Auch wenn vieles digital wird – du darfst selbst entscheiden, was du mitmachst. Und du hast ein Recht auf einen Alltag, der für alle Generationen funktioniert – nicht nur für die Jungen.
Hast du auch schon solche Erfahrungen gemacht? Schreib uns oder teile diesen Beitrag mit jemandem, der sich auch über den digitalen Wandel wundert.



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