„Sie haben CHF 182 Rückerstattung“ – Achtung vor neuer SERAFE-Phishing-Mail
- Julia Kreibich
- 23. Mai
- 2 Min. Lesezeit

Heute sieht Online-Betrug oft nicht mehr wie offensichtlicher Spam aus. Die Mails wirken professionell, nutzen bekannte Logos und erzeugen gezielt Stress oder Hoffnung. Genau so funktioniert aktuell eine neue Betrugsmasche im Namen von Serafe AG.
So sieht der Scam aus
Die Mail behauptet:
man habe eine „nicht beanspruchte Rückerstattung“
es gehe um eine Rückzahlung von CHF 182
man müsse schnell handeln
die Nachricht komme angeblich vom „SERAFE Kundenservice“
Im Screenshot fällt aber sofort etwas Wichtiges auf:
Die Absenderadresse lautet:
Und genau daran erkennt man den Betrug.
Die echte Serafe würde keine Rückerstattungen über irgendeine fremde Fantasie-Domain verschicken.
Woran erkennt man den Fake?
1. Falsche Absenderadresse
Der wichtigste Punkt überhaupt.
Kriminelle schreiben einfach einen offiziellen Namen hin („SERAFE Kundenservice“), aber die tatsächliche E-Mail-Adresse verrät den Betrug.
Seriöse Firmen verwenden ihre eigenen Domains.
Beispiele wären:
Nicht aber:
kryptische Domains
zufällige Buchstabenfolgen
2. Geld als Köder
„Sie erhalten CHF 182 zurück.“
Das ist psychologisch clever gemacht.
Viele Menschen denken sofort:
„Oh, vielleicht stimmt das ja wirklich.“
Genau dadurch klicken Menschen schneller auf Links.
Scammer nutzen oft:
Rückerstattungen
offene Pakete
Mahnungen
Konto-Sperrungen
Steuer-Rückzahlungen
angebliche Sicherheitswarnungen
3. Druck erzeugen
„Aktion erforderlich zur weiteren Nutzung des Dienstes“
Das soll Stress auslösen.
Unter Druck prüfen Menschen weniger genau.
4. Unpersönliche Anrede
„Sehr geehrte Damen und Herren“
Offizielle Stellen kennen normalerweise Ihren Namen.
Was passiert beim Klick?
Je nach Scam versucht die Webseite:
Kreditkartendaten zu stehlen
Login-Daten abzugreifen
Telefonnummern zu sammeln
Schadsoftware zu installieren
Bankdaten zu erfragen
Oft sehen diese Webseiten täuschend echt aus.
Was sollte man tun?
Sofort löschen
Nicht antworten.Nicht klicken. Keine Daten eingeben.
Absender genau anschauen
Nicht nur den angezeigten Namen.Immer die echte Adresse prüfen.
Das ist einer der wichtigsten Internet-Sicherheitstipps überhaupt.
Niemals über Mail-Links anmelden
Wenn Sie unsicher sind:
Browser selbst öffnen
offizielle Webseite manuell eintippen
dort direkt einloggen
Besonders wichtig für Seniorinnen und Senioren
Diese Betrugsversuche werden immer professioneller.
Früher erkannte man Spam sofort an schlechter Sprache.Heute sehen viele Fake-Mails fast echt aus.
Und genau deshalb gilt:
Man muss nicht „schlecht mit Technik“ sein, um darauf hereinzufallen.
Die Täter arbeiten gezielt mit Psychologie.
Mein Tipp
Wenn eine Mail:
Druck macht,
Geld verspricht,
Angst erzeugt,
oder schnelle Aktionen verlangt,
dann zuerst stoppen und prüfen.
Eine Minute Kontrolle kann viel Ärger sparen.
Gerade bei:
Banken
Twint
Post
Serafe
Swisscom
DHL
PayPal
Apple
Microsoft
sind aktuell extrem viele Phishing-Mails unterwegs.
Für meinen Technik-Blog gilt deshalb eine einfache Regel:
Nicht der perfekte Computer schützt am besten.
Sondern gesundes Misstrauen.
Bleiben Sie vorsichtig – und fragen Sie lieber einmal zu viel nach als einmal zu wenig.



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